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Aktuelle Pressemitteilungen in chronologischer Reihenfolge:

Winterblues: wie die dunkle Jahreszeit Schlaf, Stimmung und Essverhalten verändert und was Sie dagegen tun können.

Landau 27.Oktober 2018 Die langen hellen und heißen Sommertage sind vorüber, endlich können wir nachts wieder durchatmen und unser Schlaf leidet nicht mehr unter dem Einfluss der vergangenen tropisch-heißen Sommernächte. Die Tage werden kürzer und die Nächte länger. Zum Zeitpunkt der Wintersonnwende am 21.Dezember liegen zwischen Sonnenauf- und untergang weniger als 8 Stunden. In der dunklen Jahreszeit gehen wir früher ins Bett und schlafen länger, was unserem Organismus guttut. Aber mit Einbruch der winterlichen Dunkelheit stellen sich neue Herausforderungen. Wenn wir morgens wach werden ist es noch dunkel und das Aufstehen fällt trotz längerem Schlaf im Vergleich zum Sommer schwerer. Die Menschen wandeln tranig und unausgeschlafen zur Schule oder Arbeit. „Wenn es morgens lange Dunkel ist, fehlt unserer inneren Uhr das zentrale Wecksignal, das Licht, so Weeß. Aber damit nicht genug: Am Abend wird es früh dunkel, was unserem Gehirn ein frühes „Schlafsignal“ sendet und uns früh müde und träge werden lässt. Vorbei der sommerliche Elan, wo man abends noch Sport getrieben, sich mit Freunden im Biergarten traf oder im Garten gegrillt hat. Es beginnt die Zeit von Gemütlichkeit, Kaminfeuer, warmen Tee und Kuscheldecke auf dem Sofa. Aber die dunkle Jahreszeit hat auch Ihre Tücken, so Weeß, und kann ganz schön auf das Gemüt schlagen: „Wenn die Tage immer kürzer werden und das Licht fehlt ist es für viele vorbei mit der Gemütlichkeit. Die Stimmung rauscht in den Keller, Gedankenkreisen und Grübeln sind an der Tagesordnung.“ Die Menschen kämpfen mit Lust- und Antriebslosigkeit, um den Anforderungen von Arbeit und Familie gerecht zu werden. Manche verlieren diesen Kampf und rutschten in die Winterdepression. „Sie ist keine Bagatelle, sondern eine ernsthafte Erkrankung, die der Behandlung bedarf“, betont Weeß. In Deutschland leiden ca. 800.000 Menschen an der Saisonal abhängigen Depression (SAD). Deren Symptome sind dieselben wie bei der Depression: Lustlosigkeit, Antriebslosigkeit, Freudlosigkeit, Traurigkeit, fehlendes Selbstbewusstsein, Schuldgefühle, Schlafstörungen sowie körperliche Symptome wie z.B. Magen- oder Rückenbeschwerden. Schuld an der winterlichen Misere ist der Schlafbotenstoff Melatonin. Er wird bei Dunkelheit ausgeschüttet. Das Schlafhormon macht müde und fördert den Schlaf. Es hat aber auch eine dunkle Seite, es führt uns als Stimmungskiller direkt in das Trübsal und ist für das winterliche Stimmungstief verantwortlich. Darüber hinaus wird in den dunklen Wintermonaten unter dem Einfluss des Lichtmangels Serotonin, ein „Glücksbotenstoff“, der uns die gute Laune bringt, in unserem Gehirn nicht mehr ausreichend gebildet. In Ländern nördlich des 40. Breitengrades, der in etwa auf der Höhe von Rom liegt, fällt die Sonnenstrahlung als natürliche Vitamin-D-Quelle weg. Vitamin D-Mangel schwächt unser Immunsystem und unterstützt die winterliche Lethargie zusätzlich. Nicht zuletzt verändern wir -meist unbewusst und evolutionsgesteuert- unser Ernährungsverhalten in der dunklen und kalten Jahreszeit. Wir essen kohlenhydrat- und fettreicher. Das schwere Essen macht zusätzlich träge und der angesetzte Winterspeck trägt nicht zur Stimmungsaufhellung bei.

Am Morgen den Körper in Schwung bringen: Stehen sie am Morgen auf und beginnen den Tag mit einer wechselwarmen Dusche oder Frühsport. Beides aktiviert das Herz-Kreislaufsystem und vertreibt die Müdigkeit.

Sport und Spaziergänge im Freien: Bewegen Sie sich viel im Freien, denn auch im Winter ist dort im Gegensatz zu den dunklen Wohn- und Büroräumen das Licht noch ausreichend um den Stimmungskiller und Müdemacher Melatonin am Tage in die Schranken zu weisen. Eine halbe Stunde sollte es mindestens sein.

Die Sonne ins Haus holen: Lichttherapielampen enthalten das Blaulicht der Sonne. Am Morgen angewendet -mindestens 10.000 lx für eine halbe Stunde- unterdrücken die Melatoninproduktion am Tage. Sie können nicht nur bei Schlafstörungen, sondern auch beim winterlichen Stimmungstief wahre Wunder bewirken.

  • Essen Sie sich glücklich: Ernähren Sie sich von leichter Kost die viel L-Tryptophan und Vitamin D enthält: Fischsorten wie Lachs und Heringe sind reich an Vitamin D und stärken die Muskulatur, das Immunsystem und die Abwehrkräfte. Eiweißreiche Kost, wie Fische, Eier, Quark und Käse, bringt wieder das Lächeln ins Gesicht. Sie enthalten L-Tryptophan, welches in Kombination mit Kohlenhydraten die Blut-Hirn-Schranke überwindet um dort das für die gute Stimmung wichtige Serotonin zu bilden.
  • Viel Kuscheln: Kuscheln hilft ebenfalls gegen den Winterblues. Wer in den Wintermonaten viel körperlichen Kontakt hat schüttet vermehrt das Wohlfühlhormon Oxytocyn aus. Bereits eine tägliche Massage von 10 Minuten kann die Stimmung aufhellen. Selbstberührungen sind leider nicht wirksam!
  • Professionelle Hilfe: Wer eine ernsthafte Winterdepression entwickelt hat, sollte ärztliche und psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nehmen. Neben der Psychotherapie kann es notwendig werden für eine gewisse Zeit auch durch Medikamente eine Verbesserung der Beschwerden zu erzielen.

Viele Autofahrer setzen bei akuter Müdigkeit auf die falschen Tricks

Nur eine Pause mit Kurzschlaf oder Bewegung kann helfen

Berlin, 16. Januar 2017 – Autofahrerinnen und Autofahrer unterschätzen häufig die Gefahr von akuter Müdigkeit am Steuer und setzen auf vermeintliche Hilfsmittel wie etwa laute Musik aus dem Radio. Dies ergab eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts TNS Emnid im Auftrag des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR). Im Rahmen der Kampagne „Vorsicht Sekundenschlaf! Die Aktion gegen Müdigkeit am Steuer.“ mit Unterstützung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) wurden 1.000 Autofahrerinnen und Autofahrer befragt.

Bei Müdigkeit greifen viele Autofahrerinnen und Autofahrer zu den falschen Hilfsmitteln: 60 Prozent öffnen ein Fenster, 38 Prozent setzen auf Kaffee oder Energydrinks und 30 Prozent drehen die Musik auf. Gerade bei den 18- bis 29-Jährigen liegen koffeinhaltige Getränke (53 Prozent) und laute Musik (51 Prozent) gegen Müdigkeit hoch im Kurs. Diese vermeintlichen Hilfsmittel können jedoch das Einschlafen nicht verhindern.

Jeder Vierte (26 Prozent) ist schon einmal am Steuer eingenickt. Die Wahrscheinlichkeit für einen solchen Sekundenschlaf hänge von verschiedenen Faktoren ab, erklärt Dr. Hans Günter Weeß, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin: „Dazu gehört die Dauer der Schlaflosigkeit, die Tageszeit und die Situation. So ist beispielsweise die Wahrscheinlichkeit für einen Sekundenschlaf nach einer durchwachten Nacht, in den frühen Morgenstunden zwischen vier und sieben und in monotonen Situationen wie auf der Autobahn besonders hoch.“

Ausreichend Schlafs ist daher das A und O vor Fahrtantritt. Bei ersten Anzeichen von akuter Müdigkeit sollte man daher auf einen Parkplatz fahren und 10 bis 20, maximal 30 Minuten schlafen. Wer möchte kann vor dem Kurzschlaf noch einen Kaffee trinken. Das darin enthaltene Koffein wirkt erst nach 30 Minuten, hindert daher nicht beim Einschlafen, erleichtert aber das Wachwerden und verstärkt so den Erfrischungseffekt. Dies gilt allerdings nur in Kombination mit dem Kurzschlaf, denn Kaffee allein ersetzt den Kurzschlaf nicht. Wem das Schlafen schwer fällt, der kann sich auch an der frischen Luft ertüchtigen. „Das bringt den Kreislauf in Schwung,“ erklärt Weeß. Beides hilft aber nur für eine gewisse Zeit. Daher sollten Pausen grundsätzlich alle zwei Stunden erfolgen. Denn: „Niemand ist dagegen gefeit, dass der Schlaf einen für Sekunden überwältigt. Es ist eine Illusion zu glauben, dies durch blanke Willenskraft zu verhindern“, ergänzt Weeß.

Schlafstörungen beeinträchtigen eine sichere Fahrt

Autofahrer sollten nur ausgeschlafen fahren und regelmäßige Pausen einplanen

Berlin, 1. Februar 2017 – Schwierigkeiten beim Ein- und Durchschlafen können erste Anzeichen für Schlafstörungen oder Schlafprobleme sein. Darunter leiden mittlerweile viele Menschen. Vor den Gefahren des Schlafmangels für den Straßenverkehr warnt Dr. Hans Günter Weeß, Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin, im Rahmen der Aufklärungskampagne „Vorsicht Sekundenschlaf! Die Aktion gegen Müdigkeit am Steuer.“ des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) mit Unterstützung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV).

Schlaf ist ein natürliches Bedürfnis des Menschen. Ohne Schlaf können wir nicht leben. Dennoch ist das tatsächliche Schlafbedürfnis sehr individuell. Während einige Menschen mit vier bis fünf Stunden auskommen, müssen andere täglich neun und mehr Stunden schlafen. „Man hat ausreichend viel geschlafen, wenn man sich morgens ausgeschlafen, konzentriert, leistungsfähig und emotional ausgeglichen fühlt“, erklärt Weeß.

Jeder kennt es, einmal nicht schlafen zu können. Problematisch wird es, wenn man über einen längeren Zeitraum zu wenig schläft. Immer mehr Menschen klagen darüber, abends entweder nicht gut einschlafen oder nachts nicht durchschlafen zu können. Am Tag sind sie entsprechend müde, weniger konzentriert und leistungsfähig. Schlafprobleme können unterschiedliche Ursachen haben: unregelmäßige Schlafenszeiten, Lärmbelastungen oder organische Beschwerden. Immer häufiger halten jedoch psychische Belastungen die Menschen vom Schlafen ab. „Anspannung und Stress behindern das Schlafen“, so Weeß.

Schlafstörungen beeinträchtigen das Leben der Betroffenen auf vielfältige Weise. So kann regelmäßiger Schlafmangel zu einem erhöhten Risiko für Stoffwechsel- und Herzkreislauferkrankungen, zu psychischen Störungen und zu einem Abfall der Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit führen. Letzteres beeinflusst vor allem das Autofahren: Die aktuelle Geschwindigkeit, zurückgelegte Strecken und künftige Entfernungen können falsch eingeschätzt werden. Das Gefährlichste ist der Sekundenschlaf, den man nicht willentlich verhindern kann: „Schon drei Sekunden Schlaf kommen bei einem Tempo von 100 km/h einem Blindflug von 83 Metern gleich – das kann tödlich enden“, warnt DVR-Präsident Dr. Walter Eichendorf.

Schlafstörungen sollten daher ernst genommen und im Bedarfsfall medizinisch untersucht werden. Ausreichend Schlaf ist nämlich das A und O, insbesondere vor längeren Fahrten. Wer dennoch müde wird, sollte eine Pause einlegen, auf einem Parkplatz 10 bis 20, maximal 30 Minuten schlafen oder sich an der frischen Luft bewegen, um den Kreislauf in Schwung zu bringen.

Dresden 25.11.2016: Ob Paarschlaf oder Liebeskummer –

Das Gefühlsleben beeinflusst unsere Schlafqualität

Aktuelle Studien werden zur Jahrestagung der Schlafforscher in Dresden vorgestellt Dresden. Dass man schlechter schläft, wenn man Liebeskummer hat, wissen sicher viele aus eigener Erfahrung. Aber: Wer träumt vom eigenen Partner und wer vom Fremdgehen? Schläft man schlechter mit dem Partner im Bett – und leidet sogar die Beziehung darunter? Welche Rolle spielt der jedem Menschen angeborene Chronotyp für die Partnerschaft? Diese Fragen sind Inhalt eines Symposiums auf der 24. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM) vom 1. bis 3. Dezember in Dresden. Und die gewonnenen Erkenntnisse sind nicht nur für Wissenschaftler interessant.

Beziehungscheck „Chronotyp“

Der Schlaf ist entscheidend für Gesundheit, Leistungsfähigkeit und psychisches Wohlbefinden. Studien belegen aber auch einen Zusammenhang zwischen Schlaf, Paarverhalten und Partnerzufriedenheit, weiß der Schlafforscher Dr. Hans-Günter Weeß. Es ist der sogenannte Chronotypus, der die Qualität der Beziehung beeinflusst. Festgelegt wird dieser weitgehend durch individuelle Erbanlagen. Man unterscheidet zwischen Frühtypen (Lerchen) und Spättypen (Eulen). Tendenziell sind die Eulen in Mitteleuropa in der Überzahl: Es gibt mehr Spät- als Frühtypen. Paare mit ähnlichem Chronotypus zeigten in einzelnen Studien bessere Problemlösefähigkeiten bei partnerschaftlichen Konflikten. Wenn Lerchen und Eulen zusammenleben, haben diese oft weniger Zeit füreinander und auch weniger Sex, wie Studien ebenfalls nahelegen. Also gilt: „Gleich und gleich gesellt sich gern“? „Die Ergebnisse sind nicht eindeutig“, erklärt Dr. Hans-Günter Weeß, der Leiter der Schlafmedizinischen Abteilung am Pfalzklinikum in Klingenmünster. Maike Bulian von der Universität in Landau ging unter seiner Leitung der Frage nach, inwieweit Persönlichkeitsstile wie das Streben nach Unabhängigkeit und Autonomie sich günstig auf Paarbeziehungen mit unterschiedlichem Chronotypus auswirken könnte. Zur Überprüfung der Fragestellungen wurde eine Online-Befragung durchgeführt, an der 588 Personen teilnahmen. „Ob unterschiedliche oder gleiche Chronotypen in einer Beziehung zusammenleben – entscheidet nach dieser neuen Studie nicht über die Partnerzufriedenheit. Die Partnerzufriedenheit erhöhte sich auch in Paarbeziehungen mit unterschiedlichem Chronotypus nicht, wenn man sich nur diejenigen Partnerschaften betrachtete, in denen beide ein hohes Autonomiestreben und eine hohe Unabhängigkeit aufweisen.“, informiert Weeß. ob es sich günstig auf die Zufriedenheit in Partnerschaften auswirkt, wenn Lerchen und Eulen mit hohem Autonomiestreben zusammenleben – unterschiedliche Schlafrhythmen bedeuten schließlich auch mehr Zeit beider Partner für eigene Interessen oder Hobbys. Zur Überprüfung der Fragestellungen wurde eine Online-Befragung durchgeführt, an der 588 Personen teilnahmen. Die Annahme bestätigte sich jedoch nicht: „Ob unterschiedliche oder gleiche Chronotypen in einer Beziehung zusammenleben, entscheidet nach dieser neuen Studie nicht über die Partnerzufriedenheit.“, erläutert Weeß. „Wenn man nur die Beziehungen betrachtet, in denen beiden Partnern die eigene Autonomie und Unabhängigkeit sehr wichtig ist, war die Partnerzufriedenheit unabhängig davon, ob gleiche oder unterschiedliche Schlaftypen zusammenleben.“ Fazit? Ein abschließender Satz vielleicht als Rat des Experten zur Partnerwahl – Lohnt es sich auf den Chronotyp zu schauen oder doch nicht?

Paarschlaf – der Einfluss auf Beziehung und Schlaf

„Grundsätzlich sagt man Frauen einen schlechteren Schlaf nach, wenn ihr Partner mit ihnen zusammen in einem Zimmer schläft. Evolutionsbiologische Theorien erklären dies mit der Sozialisation von Mann und Frau“, erklärt Dr. Weeß, „Frauen waren in der Evolution stets für die Gruppe zuständig, auch nachts. So bildet die Frau im gemeinsamen Schlafzimmer mit ihrem Mann eine „Kleingruppe“, schläft quasi an ihrem Arbeitsplatz“. Studien belegen aber auch, dass sich Männer häufiger bewegen, eher schnarchen und so den Schlaf der Frauen weiter beeinträchtigen können. Frauen neigen auch viel eher zu Schlafstörungen als Männer. Im Vergleich zum Mann sind sie die schlechteren Verdränger, können sich also in der nächtlichen Bettsituation nicht so gut vom Alltag entpflichten. „Dies führt zu einer erhöhten psychophysiologischen Anspannung, welche den Schlaf verhindert“, weiß Weeß, „Männer hingegen erlebten unter evolutionsbiologischen Gesichtspunkten die Gruppe als Hort der Sicherheit. Schließlich war man beim Jagen in der Gruppe erfolgreicher und auch vor Fressfeinden sicherer. Darüber hinaus sind sie im Vergleich zu Frauen die besseren Verdränger. Alles Faktoren, welche den Mann unter Anwesenheit seiner Frau in der Kleingruppenerfahrung im gemeinsamen Schlafzimmer entspannter machen... und Entspannung ist der Königsweg zu erholsamen Schlaf.“

Schlafkiller Liebeskummer

Jetzt ist es auch wissenschaftlich erwiesen – Liebeskummer raubt einem den Schlaf. Eine Studie von Merle Claasen unter der Leitung von Prof. Dr. Angelika Schlarb, Leiterin der Schlafambulanz und des Schlaflabors der Universität Bielefeld, konnte dies zeigen. Das Ziel dieser Studie war den Einfluss von Verliebtheit und Liebeskummer auf Schlafqualität und Träume im Jugendalter zu untersuchen. In einem Online-Fragebogen wurden der Grad der Verliebtheit, des Liebeskummers, die Schlafqualitätund die Träume erfasst. Insgesamt wurden 630 Jugendliche (davon 76,2% weiblich) im Alter von 16 bis 21 Jahren in die Untersuchung eingeschlossen. Verliebtheit war nicht generell mit Schlafqualität und Träumen assoziiert. Dennoch berichteten verliebte Jugendliche von mehr Schlafproblemen. Jugendliche, die unter Liebeskummer litten, hatten eine signifikant schlechtere Schlafqualität, mehr negative Träume und mehr Alpträume. Außerdem gaben sie an, dass Alpträume mehr Einfluss auf den nächsten Tag hätten. Der Zusammenhang zwischen Liebeskummer und schlechter Schlafqualität muss bei der Behandlung von Schlaflosigkeit im Jugendalter berücksichtigt werden. „Verliebtheit und Liebeskummer sind Schlafräuber. Liebeskummer kann in der Tat zum Alptraum werden“ so Prof. Angelika Schlarb.

12. Januar 2016: Plädoyer für eine neue Schlafkultur in Deutschland

Noch immer wird Schlaf mit Faulheit und fehlender Dynamik assoziiert. Wenig zu schlafen ist hipp. Wer erfolgreich sein will, darf nicht schlafen! Jeder zweite aus Politik und Verwaltung ist der Ansicht, als Normal- oder Vielschläfer keine Chance auf einen Spitzenjob gehabt zu haben. Frau Christiansen meinte schon vor Jahren, der Deutsche schlafe zu viel, selbst eine Kuh – und auch sie selbst- würden nur vier Stunden Schlaf benötigen. Reiner Werner Faßbinder prägte den Ausspruch „Schlafen kann ich noch, wenn ich tot bin“ und verstarb mit weniger als 40 Lebensjahren. Der Mensch schläft deutlich weniger als vor 100 oder 1000 Jahren. Unsere 24 Stunden Non-Stopp-Gesellschaft mit ständiger Erreichbarkeit durch Smartphones, Internet & Co, hoher Arbeitsverdichtung, zunehmender Schichtarbeit trägt Ihr übriges zu einer schlaflosen und unausgeschlafenen Gesellschaft bei.

Dabei sprechen die Erkenntnisse der modernen Schlafmedizin eine deutliche Sprache. Wer nicht schläft, hat ein höheres Gesundheitsrisiko. Heute wissen wir, dass fehlender Schlaf körperlich und psychisch krank machen kann. Mit jeder schlaflosen Nacht steigt das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und ein verkürztes Leben. Schlafstörungen können depressiv machen und Angststörungen hervorrufen. Wer nicht schläft ist müde und macht Fehler. Egal ob am Arbeitsplatz, in der Schule, im Verkehr oder im privaten Bereich. Viele Spitzenpolitiker und Führungskräfte leiden unter chronischem Schlafmangel und sind doch der Ansicht, als Normal oder Vielschläfer keine Chance auf Ihren Spitzenjob gehabt zu haben. Aber wie vernünftig sind Entscheidungen von Politkern und Führungskräften nach langen Nachtsitzungen? Wie viele Fehlentscheidungen in Politik und Wirtschaft könnten durch ausgeschlafene Führungskräfte vermieden werden.

Deutschland muss aufwachen und wieder mehr schlafen! Für eine leistungsfähige und ausgeschlafene Gesellschaft benötigen wir eine neue Schlafkultur. Schlaf am Tage, ein Erholungs- oder Mittagschlaf am Arbeitsplatz und in der Schule sollten gefördert und selbstverständlich werden. Durch eine weitere Flexibilisierung der Arbeitszeiten könnten die Schlafbedürfnisse des Einzelnen mehr berücksichtigt und chronischer Schlafmangel vermieden werden. Zumindest für Jugendliche nach der Pubertät, die aufgrund ihres hohen Schlafbedürfnisses und ihrer biologisch bedingten späten Schlafphase, früh morgens nicht leistungsfähig sein können, sollte die Schule deutlich später beginnen. Eine Vermittlung von Wissen über den gesunden Schlaf und seine Bedingungen bereits in der Schule und im Kindergarten kann zu einer veränderten Einstellung gegenüber dem Schlaf beitragen. Darüber hinaus Schlafstörungen vermeiden helfen.

Buchankuendigung

2. Dezember 2015 Buchvorstellung
"Die Schlaflose Gesellschaft"

im Rahmen der Pressekonferenz der Jahrestagung der DGSM

Link zur Schattauer Seite mit Buchbeschreibung und

Impressionen der PK

Plakat_DGSM_Mainz

Oktober 2015 als Präsident des DGSM Jahreskongresses in Mainz

Dr. Hans-Günter Weeß als Tagungspräsident im Interview zum Tagungsthema der 23. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin vom 3.-5.12.2015 in Mainz: Kongresspräsidenten-Interview 2015 (603 kB)

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